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Chronik der Blaskapelle Niederbobritzsch

1875 wurde die Feuerwehr Niederbobritzsch gegründet. Zur Förderung der Interesse am Dienst trug nicht unwesentlich bei, dass Angehörige der Wehr das Blasen von Signalen einübten, welche vor Dienst- und Übungsbeginn im Dorf gespielt wurden oder bei Feuer die Wehr alarmierten.

 

Diese sogenannten Signalisten, meistens nebenberufliche Musiker, spielten auch gemeinsam und begleiteten die Wehr mit munteren Märschen bei dem Aus- und Einrücken an Übungstagen.

 

Kapelle1893

 

 

1893 Feuerwehr und Kapelle


So war zur großen Freude aller Wehrangehörigen und Einwohner ein Signalistenkorps entstanden, das sich großer Beliebtheit erfreute und bei Freud und Leid gern gehört wurde. Somit ist die Blasmusik in unserer Wehr fast so alt wie die Feuerwehr selbst. Den Namen „Signalistencorps“ behielt die Musik bis etwa 1912.

 

1921 wurde im Turnverein Niederbobritzsch ein Spielmannszug gegründet, welcher bis 1933 bestand. Dort bildeten sich ebenfalls Musikanten heran, die später in der Feuerwehrkapelle musizierten.

 

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1925 50-jähriges Jubiläum

 

Festen Bestand hatte die Kapelle bis zum Ausbruch des Weltkrieges im Jahre 1939. Sieben Kameraden der Wehr kehrten leider nicht vom Krieg zurück. Nur 4 junge Musiker waren noch einsatzfähig, einige hörten aus Altersgründen auf.

 

Zum 75-jährigen Jubiläum 1950 besaß die Niederbobritzscher Wehr keine eigene Kapelle mehr. Erst im Jahre 1952 begann der Kamerad Albert Schneider, welcher aus Sohra nach Niederbobritzsch gezogen war, mit viel Mühe und Ausdauer wieder eine Blaskapelle der Feuerwehr aufzubauen. Dieses Jahr gilt als Wiederbegründungsjahr der Kapelle.

Die Stadt Freiberg mit der stärksten Wehr, hatte keine Kapelle und so spielte unser Musikzug oftmals auch zu Veranstaltungen der Feuerwehren auf Kreisebene.

 

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Die Feuerwehrkapelle 1955

 

Vorausschauend auf das 20-jährige Jubiläum im Mai 1972 wurde weiter fleißig geübt. Dieser Tag wurde am 19.5.1972 auf dem Saal der Gaststätte „Goldener Löwe“ mit einem festlichen Konzert gefeiert. Dies war ein voller Erfolg für die Musikanten und die Wehr.

 

Wie so oft wurde die Kapelle auch in dieser Zeit zu Einsätzen verschiedenster Art gerufen. Bei Gartenfesten, Heimatfesten, Jubiläen anderer Feuerwehren sowie Übergaben von Löschfahrzeugen, wie in Hetzdorf und Conradsdorf.

 

Im Jahre 1973 wurde sich intensiv mit der Nachwuchsarbeit für die Blasmusik beschäftigt. An der Oberschule Niederbobritzsch wurde eine Arbeitsgemeinschaft „Junge Blasmusiker“ gegründet, deren Leiter Werner Joseph war.

 

Ende 1978 wurde eine Verbindung mit der Blaskapelle der FFW Wegefarth eingegangen. Die Proben wurden abwechselnd in beiden Orten durchgeführt. Somit konnten beide Orchester verstärkt in allen Belangen wieder voll aufspielen.

 

Die Feuerwehrblaskapelle marschierte als Bauernkapelle im Festumzug mit. Werner Joseph war der Verantwortliche für die gesamte Blasmusik im Festzug und in der Festhalle. Für alle war das Konzert zum Frühschoppen mit dem Blasorchester der Bezirksbehörde der Volkspolizei aus Karl-Marx-Stadt unvergesslich.

 

Die 80er Jahre brachten eine Reihe von Veränderungen und Probleme mit sich. Zu- und Abgänge bei den jungen Kameraden aus der AG Blasmusik erschwerten die Ausbildung. Leider kamen Einige von ihnen nicht mehr zum Einsatz.

 

Im Oktober 1991 wurde die Kapelle mit Vertretern des Gemeinderates in die Partnergemeinde nach Niederaichbach/Bayern zur musikalischen Umrahmung bei der Übergabe eines Mehrzweckgebäudes herzlich eingeladen. Gastgeber aus Bayern zollten unserer Kapelle hohe Anerkennung für ihr gezeigtes Können.

 

Am 30.5.1992 beging die Wehr mit ihrer Kapelle das 40. Gründungsjubiläum im Gasthof „Goldener Löwe“. Mit dem Marsch „Gruß an Kiel“ (noch heute fester Bestand im Repertoire) wird das Fest eröffnet. Horst Schindler sang „Hohe Tannen“ und der Bürgermeister Linden aus der Partnergemeinde Niederaichbach würdigte den hohen Idealismus der Feuerwehrkameraden immer für andere bereit zu sein. Das Fest wird auf Video festgehalten und verläuft in herzlicher Atmosphäre.

 

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Auch in Pretzschendorf zum alljährlichen Blasmusiktreff nehmen unsere Musikanten teil. Gute Beziehungen zu den Musikern nach Pretzschendorf werden bis heute noch gepflegt.

Ein Höhepunkt ist uns allen noch gut in Erinnerung geblieben. Mit dem Jahr 2000 beging unsere Feuerwehr ihr 125-jähriges Bestehen. Mit der Übergabe eines modernen Gerätehauses, in dem die Wehr und ihre Blaskapelle beste Arbeitsbedingungen vorfindet. Ein eigens für die Kapelle entstandener Raum bietet genug Unterbringungsmöglichkeiten für Noten, Instrumente und die Musikanlage. Als Highlight steht dem Orchester eine eigene Bühne im Gerätehaus zur Verfügung.

 

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Ein großes Problem bleibt die Nachwuchsgewinnung, wofür weiterhin auch alle Kraft eingesetzt werden muss. Um dem Nachwuchsproblem entgegen zu wirken stellten wir eine Anfrage für Interessenten für die Blasmusik 2009 in die Freie Presse. Dies hatte sich gelohnt, denn kurze Zeit später meldete sich Frank Landherr von der Blasmusik Großschirma. Seither unterstützen sich beide Orchester gegenseitig mit Aushilfen.

 

2010 organisierte die Kapelle zum ersten Mal ein Sommerkonzert in der Freilichtbühne Niederbobritzsch. Nach vielen Jahren konnten neue Notenpulte mit Getränkehalter und Tragetasche organisiert werden.

 

Seit Sommer 2011 führen wir einmal im Monat zur Freude unserer Fans eine öffentliche Probe durch. Im gleichen Jahr haben wir uns erstmalig 12 Notenpultbehänge gekauft.

 

2012 stand ein weiteres großes Ereignis für unsere Kameradinnen und Kameraden an. 60 Jahre Bestehen der Blaskapelle sollte gefeiert werden. Im Gründungslokal der Feuerwehr begingen wir gemeinsam mit Sponsoren, Förderern der Feuerwehr, den Gemeindefeuerwehren und Freunden am 13. April 2012 dieses Fest.

 

Am 27.10.2012 fuhren Kamerad Klaus Opitz, Rene Straßberger und Martin Schneider nach Hartenstein/ Erz. in das dortige Musikhaus und organisierten eine Beschallungsanlage. Bei Eisglätte und starkem Schneefall brachten Sie diese unversehrt ins Gerätehaus.

Da die Zustimmung beim ersten Konzert sehr groß war, sollte ein zweites Sommerkonzert am 19.8. 2012 stattfinden.

 

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2013 besuchte unsere Blaskapelle gemeinsam mit den Gemeinderäten die Partnergemeinde Pilchovice in Polen. Die Gastfreundschaft, das gute und viele Essen, sowie die dort geknüpften Freundschaften sollten uns in Erinnerung bleiben und werden weiterhin gepflegt.

 

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Ende Mai 2014 lud unsere Partnergemeinde nach Niederaichbach zum Aichbachtaler Volksfest ein. Wir lernten die Gemeinde und deren Einwohner am Samstagabend des Volksfestes beim gemeinsamem Feiern besser kennen.

Der nächste Tag begann mit einem Marsch zur Heiligen Messe in das Festzelt.

Eine besondere Freude bereitete uns, dass wir die "Vorband" der Pfunds Kerle aus Tirol sein durften. Ein Frühshoppen in solch einem großen Zelt war für alle neu. Jedoch machte dies unserem  "Profi" Kevin nichts aus und absolvierte sein Solostück meisterlich. Nachdem die Pfunds Kerle Sonntag Nachmittag schließlich aufgespielt hatten, sagten wir  "Auf Wiedersehen". Das Wochenende wird uns ganz bestimmt gut in Erinnerung bleiben.

 

 

"Alle guten Dinge sind 3!" Deshalb fand am 7.9.2014 die dritte Auflage des Sommerkonzerts der Blaskapelle der Freiwillgen Feuerwehr Niederbobritzsch statt. Bei bestem Wetter organisierten wir einen gemütlichen Frühschoppen in der Freilichtbühne zu Niederbobritzsch. Bei Speis und Trank folgten unserem Ruf fast 400 Gäste. Ein riesen Erfolg, mit dem wir nicht gerechnet hätten!

Unsere Musikfreunde aus Pretzschendorf spielten im Wechsel mit uns drei Stunden die schönsten Titel.

Gefreut haben wir uns ebenfalls über den Besuch der Gemeinde Pilchovice - Fuerwehrmann, Imker oder Verwaltungsmitglied - alle waren mit dabei.

Da sich ein Geburtstagskind unter unseren Gästen versteckte, haben wir ein Geburtstagsständchen von Peggy Scheinpflug überbringen lassen. Sie sang das Geburtstagslied "Happy Birthday"  in drei verschiedenen Sprachen und begeisterte Jung und Alt. So lockten wir  Julia, eine junge polnische Sängerin,  aus unserer Partnergemeinde hervor. Sie sang anschließend für uns vier wunderschöne Lieder.

Nach drei lustigen und abwechslungsreichen musikalischen Stunden klang das Sommerkonzert aus.